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    Bank Julius Bär: Neugeld-Zufluss bricht um 75% ein

    By Roman | Februar 5, 2010

    Nach der Publikation des Zahlenwerks der Schweizer Privatbank Julius Bär wird deutlich, dass der Schweizer Finanzplatz mit großen Verwerfungen zu kämpfen hat. Insbesondere Italiener ziehen ihr Kapital aus der Schweiz ab. Asiaten bleiben gelassen.

    Die Schweizer Bank Julius Bär präsentierte heute ihre Quartalsbilanzen.  Im Zuge des publizierten Zahlenwerks wird deutlich, dass der Neugeld-Zufluss im Privatkundenbereich um mehr als 75% eingebrochen ist auf rund 5 Milliarden Franken. Im Quartal des Vorjahrs lag dieser Neugeld-Zufluss noch bei 22 Milliarden Franken. Nachdem die deutsche Regierung den Ankauf der so genannten Steuer-CD mit deutschen Steuergeldern immer weiter forciert, dürfte sich dieser Trend zukünftig fortsetzen. Nicht erst seit gestern ziehen Investoren rund um den Globus immer mehr Kapital aus der einstmals als sturmreifer Burg des Finanzsektors geltenden Schweiz ab. Allein die Asiaten schätzen immer noch die Stabilität des Schweizer Finanzplatzes, um ihre Kundengelder dort zu veranlagen. Aus der heute durch Julius Bär publizierten Mitteilung geht ebenfalls hervor, dass insbesondere die italienischen Kunden der Bank massiv Kapital nach Hause transferierten. Dieser Kapitalabzug belief sich auf sage und schreibe 40% der durch Italiener bei Bär veranlagten Vermögen. Die von Ministerpräsident Berlusconi zeitlich befristete Steueramnestie lief in Italien Ende Dezember 2009 aus. Sie spülte dem italienischen Staat 100 Milliarden Euro in seine klammen Kassen, und Schätzungen der US-Großbank Morgan Stanley gehen davon aus, dass allein drei bis sechs Milliarden Euro dieser Gesamtsumme von Bär-Kunden stammen dürften. Bei der Schweizer Großbank und Wettbewerber von Bank Bär, der UBS AG, sieht die Situation nicht viel besser aus. Allein in den ersten paar Monaten des Jahres 2009 zogen internationale Anleger weit mehr als 23 Milliarden Franken von ihren Konten des Instituts ab. Die UBS lehnt es ab, zum Gesamtbetrag der Kapitalabzüge detaillierte Angaben zu machen. Die Schätzungen stammen aus einer Studie des Wealth Management Report.

    Topics: Europa | No Comments »

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