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    US-Kleinunternehmen kürzen weiter Ausgaben

    By Roman | Februar 8, 2010

    Die gemeldeten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt sind desaströs, wohingegen die offizielle Rate lange nicht das gesamte Ausmaß des Elends widerspiegelt. Dazu kündigen Kleinunternehmen jetzt auch noch an, ihre Kapitalinvestitionen und Pläne für Neueinstellungen weiter zu reduzieren. Dies war bei einem Verlassen vorheriger US-Rezessionen jedoch immer vollkommen anders.

    Jobschlagzeile enthüllt nur kleinen Teil des Problems

    Die offizielle US-Arbeitslosenrate, die im letzten Jahr die Marke von 10% erreichte und wahrscheinlich auf diesem Niveau verharren wird in den kommenden Monaten, weist jetzt bereits auf eindeutige Zeichen einer düsteren Realität hin, wie die BBC berichtet. Trotz allem besteht es die wachsende Sorge, dass selbst diese riesige und unschöne Zahl der Größe und Ernsthaftigkeit von Amerikas Problemen am Arbeitsmarkt nicht gerecht wird. Wenn einmal davon absieht, nur die publizierte Schlagzeile der US-Arbeitsmarktberichte zu lesen, wird schnell deutlich, dass sich unterhalb dieser Schlagzeilen eines jeden monatlich veröffentlichten Arbeitsmarktberichts noch viele weitere Schrecken finden lassen. Betrachten wir zum Beispiel nur einmal das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit. Aus der Perspektive des US-Arbeitsamts, das für die Zählungen der Arbeitslosen verantwortlich zeichnet, werden Langzeitarbeitslose als Personen klassifiziert, die mehr als sechs Monate arbeitslos sind. Sie machen nunmehr bereits rund 40% aller erfassten Arbeitslosen aus. Das sind mehr als sechs Millionen Menschen, die mindestens seit dem letzten Sommer keinen Job mehr gefunden haben. Als die amerikanischen Politiker und Medien den Versuch gestartet haben, den vollen Umfang der wirtschaftlichen Probleme des Landes zu begreifen, haben sie unvermeidlicherweise nach Vergleichen mit vorherigen Rezessionen wie auch Zeiten langsamen Wachstums geschaut. So ist in diesen Tagen ein angestellter Vergleich mit der Rezession in den Jahren 1982-83 keine Seltenheit – dieser Zeitraum war das letzte Mal, als sich Amerika mit einer Arbeitslosenrate von 10% herum zu schlagen hatte. Was bedeutet, dass es äußerst erschreckend ist festzustellen, dass jeder erfasste Arbeitslose heute zweimal so lange braucht (mehr als 20 Wochen), um einen neuen Job zu finden. Arbeitslosigkeit ist immer hässlich. Sie ist jedoch noch schlimmer, wenn sie nicht nur von Stress und Nervosität begleitet wird, sondern von tatsächlichem Verlust.

    Und dies genau sind die Erfahrungen einer wachsenden Anzahl von Amerikanern, bei denen die Arbeitslosenhilfe ausläuft, bevor ein neuer Arbeitsplatz gefunden werden kann. Aber selbst diese Betrachtungsweise wird dem wahren Umfang von Amerikas Problemen immer noch nicht gerecht. Wenn man den Bericht des US-Arbeitsministeriums ein wenig weiter liest, steigen die Arbeitslosenraten, die jetzt schon weitaus zu hoch sind, um sich damit noch wohl fühlen zu können, nur immer höher. Wie alle anderen Industrieländer wenden auch die USA eine Methode an, bei der die Arbeitslosen über Jahresrhythmen gezählt werden und anhand einiger kontroverser Auswahltechniken. Eine daraus resultierende Konsequenz ist, dass die Schlagzeile zu den Publikationen der US-Arbeitslosenrate – diejenige, die bei 10% weiterhin unglaublich hoch ist – in der Realität eine äußerst gnädige Messlatte darstellt. Um in die Zählung zu diesem oftmals erwähnten Zehntel der arbeitsfähigen Bevölkerung einzugehen müssen Personen ohne Arbeitsplatz sein und aktiv nach einem Job Ausschau gehalten haben in den vergangenen vier zurückliegenden Wochen. Genau diese vierwöchige Anforderung ist es, die viele Personen aus der Statistik fallen last, die unzweifelhaft gerne arbeiten würden, falls es irgendwelche Jobs für sie gäbe, auf die sie sich bewerben Könnten, viele von ihnen ohne soziale Absicherung. Keine Sorge, das BLS zählt diese Erwerbslosen – es lässt sie jedoch nicht in die offizielle Statistik zur Arbeitslosenquote einfließen, welche jedoch diejenige Schlagzeile ausmacht, nach der sowohl die Märkte als auch die Journalisten lechzen. Stattdessen werden sie als “marginal von Arbeitslosigkeit betroffene” oder “entmutigte” Arbeiternehmer definiert. Diese Zählweise erlaubt es dem Statistikamt „alternative Modelle zu Arbeitsnichtnutzungsraten“ anzubieten, was sich für das ungeübte Ohr wie schwülstiger Amtsstil oder Arbeitslosigkeit mit einem anderen Namen anhört.

    Und wenn man die weitläufigsten dieser Maßnahmen berücksichtigt, die auf deutsch gesagt jede Person zählen, die keiner Vollzeitbeschäftigung nachgeht und die eigene Malaise auf das wirtschaftliche Umfeld schiebt (im Gegensatz zu krank, zu alt oder noch in der Ausbildung), liegt Amerikas  “Unterbeschäftigung am Arbeitsmarkt” bei einer Rate von 17%. Dieses Bild wirft für jedermann ein weitaus besseres Bild auf die derzeitige Verfassung der US-Wirtschaft, in der mehr als eine von sechs Personen, die nach einem Arbeitsplatz suchen, keinen zu finden in der Lage sind. Wenn man dieses Gesamtbild betrachtet, scheint Obamas plötzlicher Enthusiasmus, zukünftig unbedingt Jobs schaffen zu wollen, während die geplante Gesundheitsreform fast komplett hinten über die Klippe fällt, kein Versuch zu sein, einen verlorenen Kampf aufzugeben. Denn selbst wenn Amerikas Wirtschaft sich aus der Rezession langfristig befreien könnte, wird eine Krise am Arbeitsmarkt sie gefangen halten. Wie auch immer man sie nun zählt, die Millionen von Arbeitslosen werden dem Präsidenten in den nächsten Monaten ein Riesenproblem bescheren. Ob sie nun „arbeitslos“, “marginal von Arbeitslosigkeit betroffen” oder “entmutigt” sind, sie alle leiden an einer “menschlichen Rezession”, wie Obamas Wirtschaftsberater Larry Summers es kürzlich nannte. Und während das Ausbleiben eines Jobs vielleicht nicht in der Titelschlagzeile der Arbeitsmarktberichterstattung gezählt wird, so wird ihre Stimme bei den anstehenden Zwischenwahlen zum Kongress im November auf jeden Fall gezählt werden.

    Die Leser wollen in diesem Kontext vielleicht auch wichtige Auszüge aus einem heute publizierten Bericht auf bloomberg.com berücksichtigen, in dem folgendes zur Schaffung von Jobs bei US-Kleinunternehmen ausgeführt wird:

    Ausbleibendes Wachstum im Sektor der Kleinunternehmen erzeugt Zweifel an wirtschaftlicher Erholung

    Kleinunternehmen werden gerade zur Achillesferse für eine wirtschaftliche Erholung in den USA durch limitiertes Wachstum und das Ausbleiben neuer Stellenschaffungen. Unternehmen, die weniger als 500 Arbeitnehmer beschäftigen, zu denen beispielsweise Phoenix Technologies Ltd. und Sonic Corp. gehören, haben in der Vergangenheit immer dabei geholfen, die Wirtschaft aus der Rezession zu führen seit 1980. Dieses Mal fahren sie damit fort, ihre Kapitalausgaben zu reduzieren und Arbeitskräfte zu entlassen. Im Januar kürzten sie erneut 3.000 Stellen, wie aus Daten der in Roseland, New Jersey ansässigen Firma Automatic Data Processing Inc. (ADP), dem weltweit größten Datenaufzeichner von Gehaltslisten, hervorgeht. Verbesserungen in Bezug auf die Arbeitslosenrate, die im Januar offiziell auf 9,7 Prozent von 10 Prozent im Dezember sank, könnte zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr weiter ansteigen, falls diese Unternehmen nicht damit beginnen, erneut einzustellen. Auch die durchschnittliche Jahreswachstumsrate wird wahrscheinlich nicht die prognostizierten 2,7 Prozent im Jahr 2010 erreichen, wie 67 Ökonomen am 14. Januar in einer  Bloomberg News Umfrage erklärten. „Werden wir zukünftig eine nachhaltige Erholung für einige Jahre ohne sich erhöhende Ausgaben von Kleinunternehmen bekommen? Nein”, sagte Cary Leahey, Geschäftsführer bei Decision Economics Inc. in New York und ehemaliger Ökonom des Weißen Hauses, in einem Interview. „Die Wall Street hat das bereits verstanden.” Der Russell 2000 Index, in dem US-Kleinunternehmen gelistet sind, ist in den vergangenen sechs Monaten um 4 Prozent gestiegen, dem Anstieg von 6 Prozent des Standard & Poor’s 500 Index im selben Zeitraum hinterher hechelnd. Aus vorherigen Rezessionen herauskommend, waren es oftmals die Aktien der Unternehmen mit Marktkapitalisierungen zwischen $250 Millionen und $1 Milliarde, die die Märkte im Allgemeinen nach oben zogen.

    Anm.: Und Geithner ist fest davon überzeugt, dass die Situation niemals so gut aussah in den letzten Monaten, um eine Double Dip Rezession zu vermeiden? Glaubt er diesen ökonomischen Unsinn eigentlich selbst noch? Nein, sicher nicht. Eher tritt er in die Fußstapfen von Larry Summers, der genau weiß, dass in den kommenden Monaten bis zu 1,2 Millionen temporäre US-Jobs durch die Regierung im Zuge der anstehenden Volkszählung geschaffen werden. Viel dämlicher ist, den Amerikanern, den Börsen und dem Rest der Welt diese staatliche Luftnummer als nachhaltiges Jobwachstum verkaufen zu wollen, da es politisch gesehen einzig und allein um eine Verbesserung der Ausgangsposition der Demokraten zu den Kongresswahlen im Herbst geht. Es ist nichts weiter als ein erneuter Versuch, das Sentiment in der Bevölkerung anzuheben, die letztendlich durch die Aufwendung ihrer Steuergelder dafür bezahlt. Die Wall Street und Börseninvestoren wird man dadurch jedoch nicht für dumm verkaufen können. Und so bleibt abzuwarten, wie die Stimmung im Herbst aussehen wird, wenn die Arbeitslosenquote zwar begonnen haben sollte – basierend auf künstlichen Interventionen des Staates – weiter leicht zu sinken, der Dow Jones Index jedoch bei nur noch 6.000 bis 7.000 Punkten oder sogar darunter notieren sollte. It´s Geithner and Summers time again – immer einen Schritt voraus, wenn man genau das Gegenteil von dem glaubt, was diese beiden Herren verlautbaren lassen!

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