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Citigroup baut durch neuen Derivate-Index USA in Superfinanzbombe um!
By Roman | Februar 9, 2010
Ausgerechnet die stark angeschlagene Citigroup wird demnächst einen neuen Derivateindex ins Leben rufen, der die Marktteilnehmer gegen die Risiken einer erneut einsetzenden Finanzkrise absichern soll. Im akademischen Spektrum erfolgt prompt der Aufschrei, denn wer soll zahlen, wenn die Citigroup im Ernstfall nicht in der Lage sein wird, die Kontrakte der jeweiligen Handelspartner auszubezahlen?
Heute fand sich ein wenig mehr Zeit, um selbst auf interessanten Seiten zu surfen und zu lesen und dabei bin ich unter anderem bei risk.net hängen geblieben. Hier wurde in Kürze über ein Thema geschrieben, worüber es definitiv wert ist, berichtet zu werden. Es heißt dort wie folgt:
Kreditspezialisten bei der Citigroup verfolgen Pläne, die ersten Derivate zu emittieren, die im Falle einer neu einsetzenden Finanzkrise zur Auszahlung fällig werden sollen. Das Unternehmen hat Pläne für einen handelbaren Liquiditätsindex ausgearbeitet, bekannt unter dem Namen CLX, in dem Produkte strukturiert werden könnten, die es den Käufern erlauben, sich gegen einen Anstieg der Finanzierungskosten abzusichern. Gleichsam des nicht handelbaren US Rate Liquidity Index (USRLI), ist der CLX konstruiert als Summe aus dem Sharpe-Verhältnis – definiert als Abweichungen vom Mittelwert dividiert durch die Volatilität der unterliegenden Vermögenswerte – verschiedener Marktfaktoren, wie zum Beispiel die Volatilität in den Vermögenswerten, Zinsen auf Schatzanleihen, Swap Spreads, auf Optionsgeschäften basierende Volatilitäten von Unternehmensbonds sowie strukturierten Kreditdifferenzen. Citi wird den CLX handelbar machen, indem die Bank zurückgreift auf bestimmte historische Werte für die Berechnung der Mittelwerte und den sich daraus ableitenden Volatilitätsparametern, dadurch die Notwendigkeit für kostspielige ausgleichende Berechnungen aus langfristigen Zeitfolgen eliminierend. Obwohl das Modell des Indexes als stellvertretende Maßeinheit für Liquidität dienen soll, sagte Terry Benzschawel, Geschäftsführer der Sparte `Quantitative Kredithandelsstrategien´ bei der Citigroup in New York und Kopf der Mannschaft, die dieses Produkt strukturiert, dass der Index ebenfalls mehr traditionelle Maßeinheiten wie beispielsweise die Differenz zwischen Angebots- und Nachfragepreis, Handelsvolumen wie auch den USRLI berücksichtigen wird. Er vergleicht den potenziellen Einfluss von CLX mit demjenigen, den die Zinsdifferenzmärkte ausüben. „Eine großartige Sache im Hinblick auf den Index ist, dass er Ihre Finanzierungskosten vollumfänglich absichert, während er auch noch sehr einfach handelbar sein wird. Ich glaube, dass die Einführung des Indexes die systemischen Risiken in der Industrie reduzieren werden, gleichsam wie die Einführung von Swaps bedeutete, dass sich die Leute nicht mehr um ihre zinssensitiven Anlagen sorgen mussten – sie bezahlen dann lediglich eine Gebühr, um diese Anlagen abzusichern“, erklärte er. Wie im Falle von Swaps würden die durch Citi ins Auge gefassten Kontraktangebote ohne Vorauszahlung ausgestellt werden. Das Kapital würde die Besitzer auf Basis der berechneten Indexbewegungen zu allgemein fairen Preisfeststellungen für jedermann wechseln. Das Team befindet sich in Gesprächen mit großen Volumenhandelsplattformen in Bezug auf die Distributionsrechte, obwohl Benzschawel von den meisten Banken – inklusive Citi – erwartet, letztendlich selbst in diesen Markt zu expandieren. Er hat ebenfalls eine Absicherungsstrategie ausgearbeitet für Verkäufer des Indexes, obwohl er keine genaueren Angaben zu den Details machen wollte. „Wir sind darauf fokussiert, die ganze Sache aus dem Blickwinkel eines Händlers zu betrachten – wir sind darum bemüht, normale Käufer und Verkäufer von Liquidität über diese Plattform zusammen zu bringen. Allerdings besitzen wir ein explizites Absicherungsprogramm für Gegengeschäfte, basierend auf den unterliegenden Vermögenswerten, die in diesem Index gelistet sind. Es besteht ein Basisrisiko, allerdings ist das Schöne im Zuge einer Vergrößerung dieses Risikos, dass die Strategie den Kauf von Vermögenswerten involviert, deren Preise am Fallen sind, dadurch den Märkten Liquidität zur Verfügung stellend“, sagte er. Wie auch immer, es bestehen einige Bedenken aus dem akademischen Spektrum, dass die in diesen Handel und Produktangebote involvierten Counterparty-Risiken dem so genannten Moral Hazard Vorschub leisten könnten. Chris Rogers, Vorsitzender der Fachabteilung Statistische Wissenschaften an der Cambridge University, sagte, dass die einzigen Marktteilnehmer, die dazu in der Lage wären, CLX-basierte Produkte zu verkaufen wahrscheinlich genau diejenigen wären, die als „too-big-to-fail klassifiziert werden. „Das ist faktisch nichts anderes als ein Versicherungsprodukt. Der Kernpunkt basiert auf folgendem Aspekt: wie finanzstark und gut aufgestellt ist der Handelspartner, der diese Produkte anbietet und an den Mann bringt? Falls dieser Handelspartner notgedrungen in die Lage versetzt wird, durch das Eintreten einer erneuten Finanzkrise eine riesige Anzahl an Verträgen auszubezahlen, wird er dann überhaupt dazu fähig sein, diese finanziellen Verpflichtungen zu begleichen? Versicherer können Rückversicherungen kaufen zur Absicherung ihrer Verpflichtungen, allerdings muss der Bock irgendwo und irgendwann einmal gestoppt werden – es muss ein Limit für den Betrag geben, den ein privater Versicherer ausbezahlen muss. Nur die Regierung ist dazu in der Lage, unlimitierte Verluste abzudecken“, ergänzte er.
Anm.: Jo, es ist natürlich ausgerechnet die Citigroup, die mit einem derartigen Modell die Märkte gegen eine potenziell neu aufkommende Finanzkrise absichern will. Als ob nicht weiterhin schlappe 325 Milliarden Dollar im Raum stünden, mit denen die US-Steuerzahler durch direkte Kapitalinjektionen und Regierungsgarantien diesen Koloss notgedrungen aufgefangen und vor dem sicheren Bankrott bewahrt haben. Man fasst es einfach nicht mehr. Politik und Banken eint eines gemeinsam: sie sind dabei, die Vereinigten Staaten in einen Superhedgefonds umzubauen, der noch größer ist als jemals vor Ausbruch dieser Krise. Beim nächsten derartigen Ereignis werden nicht Pay-Option ARMs, Alt-A´s, Teaser Rates, Toggle Bonds und Co. die Finanzbomben bilden, sondern der US-Staat wird diese Finanzbombe selbst sein, da er als letzter möglicher Kreditgeber so oder so im eintretenden Falle, dass diese Zockerei erneut schief geht, für die der Citigroup entstehenden Verluste vollumfänglich wird aufkommen müssen! Denn sie ist ja „too-big-to-fail“. Willkommen im Amerika des 21. Jahrhunderts.
Topics: Märkte | 8 Comments »



Februar 9th, 2010 at 10:22
Ich frage mich, wie es möglich ist, höhere Risiken abzusichern, als man Eigenkapital hat. Dann könnte ich bei der Kraftfahrzeugzulassungsbehörde mein Auto als Privatperson selbst versichern. Im Fall eines Millionenschadens erkläre ich die Insolvenz und die Geschädigten gehen leer aus.
Vielleict habe ich die Sache nmit der Kreditverbriefung falsch verstanden, aber offenbar ist das so. Ohne, dass man entsprechende Sicherheiten hat, kann man einen (Ver)-Sicherungsvertrag schließen.
Februar 9th, 2010 at 11:35
Noe. Alles was de brauchst ist ne Regierung, die dich rausknallt, wenns bei dir brennt.
Mehr nich. Moral Hazard jetzt in Gesetzesform gegossen sozusagen. Ist doch toll. Du zahlst
für diesen ganzen Scheiß. Nich Citi, wenns
schief geht. Sondern du.
Februar 9th, 2010 at 12:59
@Lurchi: Ich zahle mit Sicherheit nicht. Ich habe vorgersorgt. Alle Sparbücher aufgelöst, Bargeld ausgegeben nur einen Notgroschen habe ich. Ja, Steuern bzw. Abgaben muss ich zwar zahlen, doch ich arbeite daran auf Nachbarschaftshilfe umzusteigen, so dass die Einnahmen auf ein Minimum reduziert werden. Es lebe die Autarkie und Andreas Clauss !
Februar 9th, 2010 at 14:10
Hallo Wirtschaftsfacts-Team!
Erst einmal muss ich Eure sehr gute Arbeit loben!
Eine der besten Seiten im Netz für fundierte, sachliche und “wahre” Informationen.
Nun zum Artikel:
Wer jetzt immer noch nicht an Verschwörung glaubt und rechtzeitig vorsorgt, dem ist nicht mehr zu helfen!
Das stinkt doch bis zum Urknall. Die “wollen” das Sytem zum “platzen” bringen. Das ist nun eindeutig. Zudem im gleichen Zuge die Verbreiter von Verschwörungstheorien zur Kasse gebeten werden sollen!
Die Goldmänner dürfen es wohl nicht, da diese Oberverbrecher der Regierung zu nahe stehen. Das würde ja auffallen, ha ha.
Und was mich am meisten bedrückt ist, dass es immer noch zu wenige gibt, die dahinter schauen “wollen”. Sogenannte Realitätsverweigerer und Besitzstandwahrer! Wie soll das bloß enden??
Februar 9th, 2010 at 21:48
Wenn diese EU nur noch ein bisschen Grütz in den Hirnen der verantwortlichen hat, dann müssen die finanziellen Verbindungen zu den USA einer strikten Kontrolle unterworfen und schnellstens entkoppelt werden. die Amis sind zwar nicht mehr stark genug, uns niederzubomben, aber sie sind stark genug, uns alle im ertrinken in den Abgrund zu ziehen.
was sie auch beabsichtigen. Die konzertierte Aktion gegen den Euro, wo Spekulanten, US-regierungsnahe Ratingagenturen und Medien Hand in Hand gehen ist zu offensichtlich. Das Problem ist die Insolvenz der USA, nicht die der weit weniger maroden EU. Grichenland ist nur die Nebelgranate, die den im März kommenden Bankrott Kaliforniens übertünchen soll.
Es wird nichts nützen, der Karren fährt an die Wand. Und wir mit, wenn nicht endlich die Entkoppelung von dem wahnsinnigen Moloch USA gelingt! Unsere tolle EU-Regierung wird das sicher schaffen. Wer sich die gesichter anschaut erkennt: Das sind Menschen, fähig 500 Millionen andere zu führen…
Februar 9th, 2010 at 22:22
@Werner: Wie soll das Kappen der Leitung den realisiert werden? Der Euro ist zu 80% durch den Dollar abgesichert. Würde man tatsählich ernshaft sich von den USA lossagen, dann müsste eine andere Eurosicherung her. Fast alle Währungen hängen sind mit dem Dollar gesichert. Gold und Silber hat die EZB eher als Tapete. Das heißt, der Euro wäre nur durch Papier abgesichert. Das ist er jetzt auch – der Dollar ist auch nur Papier! Ob man sich dann deshalb die Mühe machen sollte eine entsprechende Aktion zu starten, ist fragwürdig.
Februar 25th, 2010 at 19:38
Die USA/Ixrael und England sind DAS Übel in der Welt.Kein Mörder und Vergewaltiger, kein Räuber und kein Dieb, kein Garnichts kann mithalten mit den “Führern” dieser Nationen.
Amen!
März 20th, 2010 at 20:16
Wer beherrscht die USA, England die EU oder die ganze Welt? – Der Vatikan, das Papsttum, die Kathlolische Kirche!
Offenbarung 17, Vers 5
Und die Frau (Gemeinde), die du gesehen hast, ist die gro�e Stadt (Rom, Vatican), die die Herrschaft hat über die Könige auf Erden.
5 und auf ihrer Stirn war geschrieben ein Name, ein Geheimnis: Das gro�e Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Gräuel auf Erden.
Lest die Offenbarung des Johannes und Ihr könnt so Euren Horizont erweitern, der über den üblichen Verstand hinausgeht!
Ihr findet die Antworten in der Bibel z.B. online unter http://www.bibleserver.com